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Kurt Birkle, in memoriam
Birkle001_mediumMit Bestürzung geben wir den Tod unseres ehemaligen Direktors Dr. Kurt Birkle (8. 1. 1939 - 1. 1. 2010) bekannt. Ein tragischer Unfall hat ihn mitten aus dem Leben gerissen.

 

Kurt Birkle kam schon vor der Gründung des Max-Planck-Instituts für Astronomie im Jahr 1969 als Doktorand an die Landessternwarte und wechselte später zum neu gegründeten MPIA. Er war an der mehrjährigen Suche nach einem geeigneten Standort für das geplante Observatorium im Mittelmeerraum maßgeblich beteiligt. Nachdem die Entscheidung für den Berg Calar Alto in Südspanien gefallen war, leitete er dort zusammen mit spanischen Kollegen den Aufbau des Deutsch-Spanischen Astronomischen Zentrums (DSAZ) mit seinen vier großen Teleskopen. Dessen offizielle Eröffnung im Jahr 1979 markiert die Entstehung eines nationalen Observatoriums, von dem die deutsche Astronomie seit einem halben Jahrhundert geträumt hatte.

 

In seiner Funktion als lokaler Leiter für die deutsche Seite des DSAZ betreute Kurt Birkle bis 1998 zahllose Gastbeobachter vom Königstuhl und aus Forschungsinstituten in ganz Deutschland und baute gute Beziehungen zur spanischen Astronomie und zu den dortigen Wissenschafts- und lokalen Behörden auf. Seine eigenen wissenschaftlichen Interessen galten einerseits den Kometen, andererseits den aktiven Galaxien; seine Himmelsaufnahmen mit dem Schmidt-Teleskop fanden weite Verbreitung.

 

Im Jahr 1998 kehrte Kurt Birkle zum Königstuhl zurück und widmete sich über seine Pensionierung im Jahr 2003 hinaus gänzlich seiner wissenschaftlichen Forschung. Seit 2005 baute er zusammen mit Kollegen der Landessternwarte und mit Unterstützung der Klaus Tschira Stiftung ein digitales elektronisches Archiv auf, in dem das im Laufe der Jahre auf dem Königstuhl und dem Calar Alto gewonnene fotografische Material für langfristige Studien verfügbar ist.

 

Mit Kurt Birkle verlieren wir einen Wegbereiter des Calar-Alto-Observatoriums, der auch für dessen nachhaltigen Erfolg große Verdienste erworben hat. Viele Kollegen verlieren einen hoch geschätzten, anregenden und hilfsbereiten Freund. Er hinterlässt seine spanische Ehefrau Pilar Duro und die Töchter Irene und Sylvia. Ihnen gilt unser tief empfundenes Mitgefühl in dieser schmerzlichen Stunde.

 

Calar Alto Sternwarte, Januar 2010                                                      Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.