| ALHAMBRA: Der Geschichte des Universums auf der Spur |
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Kosmische Tomographie
In den letzten Jahren gab es mehrere Forschungsprojekte die extrem tief
ins Universum eingedrungen sind, aber relativ kleine Portionen des
Sternenhimmels abgedeckt haben. Unsere bisherigen Projekte haben immer
große Flächen des Sternenhimmels abgedeckt und sind nicht so tief ins
Universum vorgedrungen. Das ALHAMBRA-Projekt soll nun diese Lücke
schließen indem es Daten aus kleinflächigen Studien (wie z.B. "Hubble Deep Fields") mit den großflächigen Studien vereinigt. ALHAMBRA ist das Akronym für "Advanced Large, Homogeneous Area Medium Band Redshift Astronomical survey".
Das Bild Die Erfassung der ersten Segmente des ALHAMBRA-Projekts ist bereits abgeschlossen. Die Aufnahmen mit dem 3.5 m Teleskop auf dem Calar Alto demonstrieren die spektakuläre Leistungsfähigkeit dieses Verfahrens für das Studium der kosmischen Evolution. Das Farbbild in dieser Ausgabe zeigt eine Fläche von 15 Bogenminuten (ein Drittel der Vollmondfläche) und entspricht einem Ausschnitt, der mit LAICA aufgenommen wurde. Auf diesem Bild sind etwa 10 000 Objekte zu erkennen. Die meisten Objekte sind ferne Galaxien. Man kann aber auch Quasare, aktive Galaxien, Sterne unserer eigenen Galaxis und im Vordergrund kleinere Objekte des Sonnensystems erkennen (Asteroiden und möglicherweise transneptunische Objekte).
Das Foto zeigt Vergrößerungen ausgewählter Ausschnitte der Originalaufnahme, aus denen man sich ein Bild von der Anzahl und Vielfalt der extragalaktischen Objekte machen kann. Die Auswertung der gesammten Messdaten von 23 verschiedenen Filtern ermöglicht es den Astronomen diese Objekte genau zu untersuchen und deren Entfernung zu bestimmen. Im Gegensatz zu konventionellen Messverfahren, die auf die spektrale Zerlegung verzichten, erreicht man in diesem Fall Messungen mit einer aussergewöhnlich hohen Präzision.
Die ersten Bilder sind vielversprechend. Man schätzt, dass mit der Präzision dieses Messverfahrens die Datenbank des ALHAMBRA Proyekts die Daten von etwa 650 000 Galaxien, 5000 Quasaren und aktiven Galaxiekernen enthalten wird. Die ALHAMBRA-Datenbank ist ein einzigartiges Instrument um die kosmische Evolution zu erforschen: der Übergang vom frühen Universum (Ozeane aus neutralen Gasen mit gravitativ gebundenen Regionen in denen die mittlere Dichte etwas höher als gewöhnlich liegt) zur aufbrausenden Brutstätte mit Sternen und Schwarzen Löchern, die gleichzeitig den Beginn eines relativ ruhigen zeitnahen Kosmos darstellen mit Galaxiehaufen, Galaxien, Sternen und Planeten wie die unseren.
Das ALHAMBRA Team verwendet zwei Kameras: die LAICA (im optischen) und die OMEGA-2000 (im nahen Infrarot). Beide Kameras sind am 3.5 m Teleskop auf der Calar Alto Sternwarte in Almería (Südspanien) montiert.
Das ALHAMBRA Team steht unter der Leitung von Mariano Moles vom Institut für Astrophysik Andalusien, IAA, und besteht aus mehr als 50 Wissenschaftlern, die dem erweiterten Team und dem Hauptteam angehören. Dieses letztere besteht aus folgenden Mitgliedern: Mariano Moles (IAA), Emilio Alfaro (IAA), Narciso Benítez (IAA), Tom Broadhurst (Rahca I. Physics, Israel), Francisco Javier Castander (Institut d'Estudis Espacials de Catalunya), Jordi Cepa (Institut für Astrophysik Kanarische Inseln, IAC), Miguel Cerviño (IAA), Alberto Fernández Soto (Universität von Valencia, UV), Rosa González Delgado (IAA), Leopoldo Infante (Pontifische Katholische Universität, Chile), José Alfonso López Aguerri (IAC), Isabel Márquez (IAA), Vicent J. Martínez (UV), Josefa Masegosa (IAA), Ascensión del Olmo (IAA), Jaime Perea (IAA), Francisco Prada (IAA), José María Quintana (IAA), Sebastián Sánchez (Centro Astronómico Hispano-Alemán). Hochaufgelösende Bilder:
Hochauflösende Bilder des Ausschnitts mit zehn verschiedenen Filtern (30 kB) Hochauflösendes Bild eines Ausschnitts von 2.5 Bogenminuten (132 kB) Hochauflösendes Bild eines Ausschnitts von 2 Bogenminuten (50 kB) Hochauflösendes Farbbild ALHAMBRA Ausschnitt F08_01_1. (1.1 MB). Diese Aufnahme entstand mit den ALHAMBRA Filtern 14 und 23, von 396 nm bis 799 nm. Die Farben dieses Bildes wurden so verändert, dass das Objekt so aussieht als würde man es mit bloßem Auge beobachten. Jedem Filter wurde eine Elementarfarbe zugeteilt (Rot, Grün, Blau), die der Empfindlichkeitskurve des Auges angepasst ist (Filter im Bereich 700-800 nm wurden als reines Rotlicht behandelt). Die Bearbeitung der Bilder erfolgte mit der Software PixInsight Standard.
Mehr Information: ALHAMBRA Projekt offizielle Website ALHAMBRA Projekt Pressebericht
© Calar Alto Sternwarte, Dezember 2006 Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
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